Geschichte
der Europäischen Union
Nie wieder Krieg in Europa
Über viele Jahrhunderte hinweg gab es in Europa regelmäßig viele blutige Auseinandersetzungen zwischen den einzelnen Ländern. Allein zwischen 1870 und 1945 führten Frankreich und Deutschland dreimal Kriege gegeneinander – jedes Mal wurden Städte und Dörfer, Ackerflächen und Industrieanlagen verwüstet und viele, viele Menschen starben.
Der Zweite Weltkrieg, der 1945 endete, hatte Millionen Menschen in Europa das Leben gekostet. Durch dieses schreckliche Ereignis konnte sich eine alte Idee endlich durchsetzen:
Einige europäische Politiker erkannten, dass nur durch eine enge Zusammenarbeit zwischen den Ländern ein dauerhafter Friede in Europa möglich wäre.
Am Anfang: Zusammenarbeit in der Wirtschaft
Auf Vorschlag des damaligen französischen Außenministers Robert Schumann begann 1950 die Zusammenarbeit in der Kohle- und Stahlindustrie. Die sechs Gründungsländer waren Belgien, Frankreich, Luxemburg, Italien, die Niederlande und Deutschland.
Weil die Zusammenarbeit ein großer Erfolg war, beschlossen die sechs Länder auch in anderen Bereichen der Wirtschaft eng zu kooperieren. Mit den Römischen Verträgen gründeten sie 1957 die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und die Europäische Atomgemeinschaft (EURATOM).
Eine Gemeinschaft für Europa
1967 wurden diese drei verschiedenen europäischen Gemeinschaften zu einer einzigen, nämlich der Europäischen Gemeinschaft (EG), vereinigt. Um die gemeinsamen Belange zu regeln, wurden auch eine gemeinsame Kommission und ein gemeinsames Parlament eingeführt. Nach und nach erkannten immer mehr Länder die vielen Vorteile der Zusammenarbeit auf europäischer Ebene und traten der EG bei.
So wichtig wie dieses Staatenbündnis nun war, sollten auch die Bürger in jedem einzelnen Mitgliedsland mitentscheiden, wer für sie die Politik macht. Daher dürfen seit 1979 die Bürger alle fünf Jahre die Politiker wählen, die ihre Interessen im Europäischen Parlament vertreten.
In Vielfalt geeint
1992 beschlossen die mittlerweile 12 Mitgliedsländer, zukünftig nicht mehr nur in der Wirtschaft, sondern auch in vielen anderen Bereichen zusammenzuarbeiten. So trifft die Staatengemeinschaft jetzt gemeinsame Beschlüsse zum Beispiel für den Umweltschutz, für die Sicherheit, für die Energiepolitik, für die Kultur und den Verbraucherschutz. Mit dem Vertrag von Maastricht wurde aus der EG die heutige Europäische Union (EU).
Seitdem sind immer mehr Länder der EU beigetreten – heute sind es schon 27. Aber dabei soll es nicht bleiben, denn zum geographischen Europa gehören noch einige Länder. Über die Aufnahme von weiteren Ländern entscheidet die Staatengemeinschaft nach einer umfangreichen Prüfung, denn die Beitrittskandidaten müssen zu den politischen und ethischen Maßstäben der EU passen.
Eine Währung für alle
Im Jahr 2002 ist eine gemeinsame Währung für 12 der EU-Mitgliedsländer eingeführt worden, der Euro. Eine gemeinsame Währung hat viele Vorteile. Sie erleichtert zum Beispiel den Handel, weil nicht mehr in die nationalen Währungen umgerechnet werden muss. Aber auch bei Urlaubsfahrten ist sehr praktisch, wenn überall mit dem gleichen Geld bezahlt werden kann.
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