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EU-Türkei: Abbruch der Gespräche träfe Flüchtlinge am stärksten

Humanitäre Katastrophe vermeiden / Drei Millionen Flüchtlinge aus Syrien in der Türkei

Eine diplomatische Eiszeit mit der Türkei würde eine humanitäre Katastrophe im Land auslösen. Das sagte der Europaabgeordnete Markus Pieper (CDU). „Die Menschenrechtsverstöße in der Türkei sind durch nichts zu rechtfertigen. Wenn wir aber jetzt jegliche Gespräche abbrechen,  trifft es vor allem die Schwächsten, nämlich die mehr als drei Millionen syrischen Flüchtlinge, die seit über sechs Jahren in der Türkei ausharren und auf ein Ende des Krieges in ihrer Heimat warten“, so Pieper.

Der Europaabgeordnete, der mit dem Haushaltskontrollausschuss des Europäischen Parlaments diesen Monat türkische Flüchtlingslagerschulen besuchte, betont, dass die Flüchtlingsfonds der EU nicht der türkischen Regierung, wohl aber humanitären Organisationen wie UNICEF und dem WFP – World Food Programm der UN – zu Gute kommen. Mit EU-Programmen finanzieren die Nichtregierungsorganisationen unter anderem Schulunterricht für derzeit etwa 500.000 syrische Kinder und gewährleisten eine Gesundheitsversorgung für bis zu einer Million Flüchtlinge. „Würde man diese Programme jetzt aussetzen, drohe eine humanitäre Katastrophe. Deswegen dürfen wir die Gespräche mit der Türkei nicht vollständig abbrechen“, sagte der CDU-Europaabgeordnete.