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Die Glocke: „Hexenjagd auf den Diesel“

Straßburg/Münster (osi). Der münsterländische CDU-Europaabgeordnete Markus Pieper hat die europäische Diskussion über den Diesel-Skandal als einseitig kritisiert. Zwar ständen deutsche Autobauer zu Recht am Pranger und ihr Betrug müsse hart bestraft werden. Jedoch komme die Debatte im Europaparlament teilweise einer Hexenjagd auf den Diesel und die deutsche Automobilindustrie gleich, sagte Pieper. Das EU-Parlament hatte am Mittwoch in Straßburg über das Thema diskutiert.

Nach Piepers Überzeugung tragen fast alle europäischen Autohersteller Verantwortung dafür, dass in so gut wie allen EU-Mitgliedsländern Grenzwerte für Stickoxide überschritten werden. So würden in 23 von 28 Mitgliedsstaaten die Grenzwerte für die Luftverschmutzung durch Stickstoffdioxid (NO2) nicht eingehalten. Der CDU-Politiker rief die EU-Kommission auf, Fahrverbote wie in Deutschland auch andernorts zu prüfen. Zudem wundere ihn, dass in Brüssel keiner über Nachrüstaktionen bei Fiat, Volvo oder Renault spreche. Diese Automarken hätten bei vergangenen Abgasvergleichen gegenüber Mercedes oder VW erschreckend schlecht abgeschnitten.

Ausdrücklich warnte der Münsterländer vor Quoten für Elektroautos. Diese würden zu schlimmen Abhängigkeiten führen. Pieper: „Öl und Gas bekommen wir aus mehr als 15 Regionen der Erde, die seltenen Erden für die Batterie im Elektroauto nur aus China. Auch deshalb muss Europa den Strukturwandel zu erneuerbaren Antrieben technologieoffen betreiben.“